Freitag, 30. November 2012

FFF 121130

Wie immer am Freitag: FFF.
As usual on Friday: FFF.

Was war schön diese Woche? 
What was nice this week?
Einen ganzen Tag lang Design denken. // Thinking Design a whole day.

Was doof?
What was bad this week?

Was kochst du bald?
What will you cook soon?
Nichts. Ich werde bekocht. // Nothing. I let cook for me.
Backst du schon oder naschst du noch Gekauftes?
Are you baking or still nibbling purchased?
Ein Traum?
A dream?

Donnerstag, 29. November 2012

AUERBERG im Gespräch + Verlosung

Schöne Dinge schaffen und dabei allein seinen eigenen Ideen und seiner Neugier folgen. Frei von allen äußeren Zwängen, von Moden, Märkten oder Marketing. Nur ein schöner Traum? Nein. Unter dem Namen AUERBERG haben sich Designer/innen und Architekt/innen zusammengefunden und leben das, wovon andere träumen: Sie entwerfen Produkte nach ihren eigenen Vorstellungen und in ihrem eigenen Rhythmus und zeigen (mir), wie nachhaltige* Innovationen entstehen – radikal subjektiv wie ihr Claim treffend heißt.
*[nachhaltig im Sinne von ökologisch und sozial verantwortlich, wirtschaftlich tragfähig und gestalterisch höchsten Ansprüchen genügend]

Was radikal subjektiv genau bedeutet und wie ein von der Marktlogik unabhängiges Unternehmen funktioniert, darüber habe ich mit Christoph Böninger – dem Initiator und Mitgründer von AUERBERG – gesprochen.

Er gibt uns nicht nur interessante Einblicke in die Arbeit des elfköpfigen "Autorenteams", sondern hat auch ein Geschenk für euch mitgebracht: die treasure box #1 von James Irvine. Hinterlasst bis zum 9. Dezember einen Kommentar und verratet uns, warum ihr ein Fan von AUERBERG seid oder werden könntet.

Hinweis: Die Verlosung endet am 9.12.12 um 0:00 Uhr. Anonyme Kommentare und Mehrfachkommentierungen können nicht berücksichtigt werden.

Today I talk to Christoph Böninger from AUERBERGAUERBERG is a label created by designers and architects for people who love good design. No imposed programme limits the designers' creative aspirations. As product authors, they answer exclusively to their own requirements. This leads them to the borders of the feasible. If you tell us why you are or become a fan of AUERBERG untill 9th of December, you can win a treasure box #1 of James Irvine.
Bilder @ AUERBERG
AUERBERG ist ein Zusammenschluss von Designer/innen und Architekt/innen, die ihren kreativen Impulsen folgen anstatt der "Logik des Marktes". Wie geht das?
AUERBERG ist nicht wie eine gewöhnliche Firma, sondern netzwerkartig organisiert und aufgestellt. Hiermit haben wir die Gemeinkosten auf ein absolutes Minimum reduziert, was uns hilft, bei den Kosten sehr flexibel auf Angebot und Nachfrage reagieren zu können. Wir haben kein Personal, keine Firmengebäude, kein eigenes Lager und keine eigene IT und Buchhaltung. All diese kostentreibenden Faktoren haben wir (neudeustch) "outgesourced".

Ihr beschreibt AUERBERG als Produktlabor und bezeichnet die Designer/innen als Produkt-Autor/innen. Was genau bedeutet das?
Weil wir keine Gemeinkosten haben, sind wir nicht auf einen festen Umsatz pro Monat angewiesen. Das ist uns wichtig, weil nur so können wir absolute Authentizität bewahren. Wir sagen nicht "uns fehlt in der Kollektion noch das Produkt A oder B zu dem Preis X", sondern uns ist vor allem die persönliche Geschichte und die Motivation der Designer hinter ihren jeweiligen Entwürfen wichtig. Wenn diese glaubhaft ist und der Entwurf gestalterisch überzeugt, dann kommen wir zusammen, sonst nicht.
Bilder @ AUERBERG
Derzeit wird viel über die gesellschaftliche Rolle und Verantwortung von Design diskutiert. Wie steht ihr zu normativen Designansätzen wie beispielsweise dem Transformationsdesign von Harald Welzer (siehe hier oder  SZ-Magazin Nr. 39, 28.9.12, in dem auch eure Produkte vorgestellt werden), das eine Abkehr vom Markt- hin zum Nachhaltigkeitsprinzip proklamiert und der/dem Designer/in eine zentrale Rolle als Gesellschaftsgestalter/in zuschreibt? Findet ihr euch darin wieder?
Den Designer als "Gesellschaftsgestalter" hinzustellen, hieße, ihn komplett zu überfordern. Dennoch haben wir alle eine gesellschaftliche Verantwortung und dazu bekennen wir uns auch, allerdings nicht proklamatorisch sondern als Selbstverständlichkeit im Kleinen, dort, wo wir Kompetenz haben: Also in der Gestaltung und Herstellung von Einrichtungsgegenständen, die den Tag überdauern und sich abkoppeln von den aktuellen Trends in der "Möbelszene".

Welche Rolle spielt das Prinzip der Nachhaltigkeit bei AUERBERG?
Wir arbeiten ausschließlich mit lokalen Herstellern zusammen und arbeiten mit nachwachsenden bzw. 100% recycelbaren Rohstoffen: lokale Hölzer, Stahlblech und Aluminium. Unsere Verpackungen versuchen wir so zu gestalten, daß wir möglichst viel recycelte Pappe einsetzen, allerdings gelingt uns das nicht immer, was wir sehr bedauern. Aber noch Mal: Wir halten das für eine Selbstverständlichkeit und darüber zu reden, ist eigentlich peinlich in der heutigen Zeit.
Bilder @ AUERBERG
Habt ihr einen Traum oder einen Wunsch für AUERBERG? Wie sieht er aus?
Unser Wunsch besteht darin, daß wir auch in 2013 und den folgenden Jahren die gleiche Gründerfreude haben und daß wir bis dahin ausreichend Fans gewonnen haben, die unsere Idee so gut finden, daß sie auch bei uns kaufen.

Welche Projekte stehen für 2013 an?
Im Frühjahr steht nach genau 2 Jahren Gründer-Euphorie ein erster nüchterner Review an, verbunden mit wichtigen Entscheidungen hinsichtlich IT. Auf der Produktseite liegen einige wunderschöne Entwürfe von jungen deutschen Designer auf dem Tisch, die wir ebenfalls realisieren möchten. Das bleibt aber noch geheim, damit die Spannung nicht verloren geht.
Bilder @ AUERBERG
Herzlichen Dank, Christoph, für das so interessante wie inspirierende Gespräch! Ich wünsche euch weiterhin viel Freude und immer wieder euphorische Momente.

Mittwoch, 28. November 2012

2 DIY-Adventskalender zum Nachmachen

Braucht die ein oder der andere von euch noch einen Adventskalender? Dann findet ihr heute im SoLebIch-Blogger-Adventskalender vielleicht die passende Idee. Zwei Kalender habe ich dort für euch vorgestellt: einen für große und einen für kleine Menschen. Beide sind schnell und einfach gemacht. Einmal aus Stoffresten und einmal aus Seidenpapier und Golddraht. Die Anleitung findet ihr hier.

Do you still need an Advent calendar for little or big ones? Then maybe you find an idea in the SoLebIch-Blogger-Advent Calendar. Both are really easy done. The one is made of fabric remnant, the other one is made of silk paper and gold wire. Please find the tutorial here

Dienstag, 27. November 2012

24 DIY-Ideen

Was tut man hinein in einen Adventskalender für eine erwachsene Frau, wenn man sich vorgenommen hat, alle Inhalte selbst zu machen? Dank euch hatte ich viele Ideen. Vielen Dank nochmals dafür! Ich werde mich ganz bald mit einer wunderbaren Verlosung bei euch revanchieren - ihr dürft gespannt sein. Doch zurück zum  Thema: Was ist nun drin in den 24 Päckchen?

  • selbstgebackene Leckereien
  • ein Licht im Glas
  • Malereien und Basteleien von Mascha (hier nicht zu sehen)
  • Streichholzschachteln aufgehübscht 
  • Stempel aus Radiergummi und Kronkorken
  • Papierkugeln
  • Papiersterne
  • Untersetzer aus Holzperlen
  • Gutscheine für Zeit zu zweit
Nun bin ich doch ein wenig erleichtert. Denn anders als der Adventskalender für die kleine "Frau", musste dieser diese Woche fertig werden.

An Advent Calendar for a woman only filled with DIY-presents - a challenge. And I didn´t know if I will cope with it. But thanks to you I have! I will pay it back for you with a really gorgeous prize - you can be anxious to. But back to the opening subject: the content of the Advent calendar. Well, I have filled it with:

  • selfmade dainties
  • a light in a glass
  • Mascha´s paintings and handicraft works
  • decorated matchboxes
  • stencils made of rubbers and corks
  • paper balls
  • paper stars
  • a trivet made of wooden balls
  • vouchers for time for two


Montag, 26. November 2012

... Adventliches

Wie gestern schon berichtet, hängt das Himmeli nun an seinem Platz (zwischen Sofa und Fenster) und ist Adventskalender No. 1 fertig. Demnächst verrate ich, was in den 24 Päckchen steckt. Wie er ausschaut und sich nachmachen lässt, das erfahrt ihr alsbald beim SoLebIch-Blogger-Adventskalender. Hier ein klitzekleiner Vorgeschmack auf Zartgold und Seidenweiß (siehe Bild unten).

As I told you yesterday the Himmeli has found its place and the Advent calendar no. 2 is ready. What do you find in the 24 packages I will tell you soon. And how you can do the Calendar by yourself I will betray to you the next days in the SoLebIch-Blogger-Advent Calendar. Here and now just a little foretaste of tender gold and silky white

Sonntag, 25. November 2012

Advent. Advent... auf der Zielgeraden.

Es ist fast geschafft: Noch 4 Päckchen und dann ist Adventskalender No. 1 (für meine Mutter) fertig. Und wirklich: Er ist nur mit Selbstgemachtem gefüllt. Womit? Das erfahrt ihr ganz bald. Allerdings: Für Adventskalender No. 2 (fürs Mädchen) werde ich mein eigenes Versprechen brechen und auf Fertiges zurückgreifen. Die Vorweihnachtszeit soll ja nicht nur Stress sein... Apropos Vorweihnachtszeit: So langsam zieht ein wenig Advent bei uns ein.

Statt Blumen habe ich gestern Oliven- und Tannenzweige und Ilex gekauft – für Esstisch, Flur und Balkon. Aus den Resten der Olivenzweige habe ich einen Kranz gemacht und an die Wohnungstür gehängt. Auch das Himmeli hat seinen Platz gefunden – zwischen Sofa und Fenster. Hält der Advent bei euch auch schon langsam Einzug?

The Advent calendar for my mother is really ready. Just 4 packages are missing, and I have mastered my enterprise: All presents are self-made. What I have done, I will tell you soon. But I must confess that I won´t make the 2nd calendar for the little girl by myself. Advent shouldn´t be a stress. Apropos: Slowly the Advent finds it way into our home. 

Instead of flowers I have bought olive and fir branches and ilex for the dining room, the floor and the balcony. From the rest of the olive I have made a wreath. By the way the Himmeli is also ready and find its place between sofa and window. Is the Advent coming to you, too?


Freitag, 23. November 2012

FFF 121123

Freitag/Friday = FFF
Und jetzt? // And now?
Ruhig bleiben. // Keep calm
Erkenntnis der Woche? // Knowledge of the week?
Die Zeit vergeht und die Kinder werden groß. //Time passes and the kids grow up.
Gefreut wie Bolle? // Totally happy?
... dass das nächste Jahr mit einer langen Pause beginnt. //
... that the new year will start with a long break.
Schief gegangen? // Went wrong?
Der Versuch, Maschas Pony zu schneiden ...// ... I have tried to cut her fringe ...
Ohne geht der Tag nicht los? // Without it the day does´t start?
mein Morgenkaffee // my morning coffee 

Donnerstag, 22. November 2012

Die Ruhe am Morgen

Die Ruhe am Morgen, wenn alle aus dem Haus gegangen sind: Eine Stille wie die Ruhe vorm Sturm.  Mehr zum Thema Ruhe findet ihr bei Nic unter beauty is where you find it.

Morning rest when the family was leaving the house: a silence like the calm before the storm. More about calm you find Nic under beauty is where you find it.


Papierverwertung: Sterne und Kugeln

Heute Abend: Papierverwertung. Sterne und Kugeln für den Adventskalender. Die Anleitung findet ihr hier (Sterne) und hier (Kugeln).

Today evening: paper recycling. Stars and balls for the Advent Calendar. The tutorials are here (stars) und here (balls).


Dienstag, 20. November 2012

Grenzerfahrung

Es geht langsam voran. Zwei Adventskalender mit nur Selbstgemachten zu bestücken... im Moment zweifle ich daran, dass es mir gelingt. Die Zeit reicht einfach hinten und vorne nicht. Dabei würde ich all die wunderbaren Ideen von euch so gerne umsetzen... naja, noch gebe ich nicht auf.

I don´t know if I will cope with the challenge to do two Advent calendars by myself. Doing all the stuff needs time. And I haven´t enough time. Although I would like to realize all your gorgeous ideas. Okay, I don´t give up yet. 

Montag, 19. November 2012

Ein Blick hinter: Septembermorgen

Sie liebt Schokolade und unterliegt der Magie der Wohnmagazine. Sie ist zweifache Jungs-Mama, Bloggerin und freiberufliche Grafikerin. Die Rede ist von Katja, die uns heute einen Blick hinter ihr Blog septembermorgen werfen lässt. Katja erzählt von ihren Alltag, über die Lust und Last der Freiberuflichkeit und gibt uns die besten Reisetipps für Reutlingen mit. Vielen lieben Dank fürs Mitmachen!

Today we glance at Katja from septembermorgen.

Wer steckt hinter Septembermorgen? 
Ich bin Katja, 33 Jahre alt, verheiratet, zweifache Jungsmama und arbeite als freie Grafikdesignerin in Reutlingen. An Wohnmagazinen komme ich fast nicht vorbei, ohne wenigstens kurz darin zu blättern. Eine Tafel Schokolade in meinen Händen überlebt nicht lange. Meinen Mann habe ich beim Tischkickern kennengelernt. Ein 800g-Nussnougatcremeglas reicht bei uns für eine Woche. In meinem Kopf schwirren unglaublich viele Gedanken, darum rede ich vermutlich auch so schnell und viel. Ich liebe Filme. Meine Kinder bedeuten mir Alles. Ich hasse Hausarbeit.

Wieso heißt dein Blog Septembermorgen?
Die Idee zu einem zweiten Standbein/Shop und einem Blog stand schon eine ganze Weile. Nach einem passenden Namen hatte ich allerdings lange gesucht. Ich wollte etwas Persönliches, kein reines Phantasiewort, sondern etwas, das wirklich mit mir zu tun hat. Als ich eine Zeit lang die Überlegung ruhen ließ, kam plötzlich die Eingebung. Eigentlich recht naheliegend – ich bin an einem Septembermorgen zur Welt gekommen. (Erst bei der Domainreservierung stellte ich fest, dass es mit gleichem Namen ein bekanntes Gedicht gibt.)

Seit wann und warum bloggst du?
Vor einigen Jahren hatte ich schon einen Blog für meine Freiberuflichkeit. Schnell merkte ich aber, dass solch' ein Blog keinen Sinn macht, wenn ich nicht ständig neue Artikel veröffentliche. Seit der Geburt meines zweiten Sohnes habe ich mehr und mehr Wohn-/Interiorblogs für mich entdeckt. Irgendwann bekam ich Lust, selbst wieder einen Blog zu starten. Mit einer anderen Ausrichtung als damals. Auf septembermorgen schreibe ich über Dinge, die mich nicht nur beruflich, sondern auch bzw. vor allem privat interessieren. Ich finde es super, dass ich hier meinem Mitteilungsbedürfnis Luft lassen kann, Erlebtes und Gefundenes festhalten kann, Kontakt nach „außen“ habe und dass ich dadurch auch Gleichgesinnte „treffe“, die mir nicht sofort den Vogel zeigen, nur weil mir bspw. die Idee von einer schwarzen Wand hinter dem Fernseher gefällt, die also die gleichen Interessen haben wie ich selbst und dass man sich austauschen kann. 
Den Blog gibt es seit dem 11. August 2012.

Du hast 2 Jungs. Wie alt sind sie?
Der kleine Junge ist 8,5 Monate. Der große Junge ist genau vier Jahre älter. Ihre Geburtstage liegen nur vier Tage auseinander.

Du arbeitest seit 2003 als freie Grafikdesignerin? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich habe seit den Kindern nicht mehr DEN typischen Arbeitstag. Bevor der große Junge geboren wurde bzw. als er in die Kita kam, arbeitete ich einerseits für eigene Kunden zu Hause, andererseits als Freelancerin für verschiedene Werbeagenturen und Designbüros, meistens vor Ort. Wenn ich außer Haus gearbeitet habe, dann war das fast wie bei einer normalen Angestellten, d.h. nach einem gemeinsamen Frühstück das Kind in die Kita bringen, ab zur Agentur, besprechen, entwerfen, verwerfen, neu gestalten, präsentieren, Druckdaten erstellen usw ... Nachmittags das Kind abholen, die restliche Zeit des Tages mit ihm verbringen und eigene Aufträge abends, nachts oder an den Wochenenden erledigen und Rechnungen schreiben. Seit dem kleinen Jungen kann ich noch nicht in den Agenturen aushelfen. (Er ist ja noch so klein und die Agenturen wollen meistens jemanden bei sich vor Ort haben.) Meine Arbeitszeiten sonst sind sehr flexibel. Da ich von zu Hause aus arbeite und fast im ganzen Haus irgendwelche Notizblöcke verteilt sind, kann ich neue Ideen und Entwürfe jederzeit notieren und skizzieren und sie dann später am Computer umsetzen, sobald es die Kinder zulassen, wenn sie im Bett sind oder mein Mann bzw. die Großeltern sich um sie kümmern. Und dann heißt es auch hier wieder Abstimmung mit dem Kunden, Entwürfe weiterentwickeln oder verwerfen usw. Kreative Schöpfungen lassen sich nur schwer in einen 9to5-Job zwängen. Ideen kommen irgendwann, und manchmal mitten in der Nacht, auch ohne ständig zu grübeln. Daher finde ich es toll, dass ich so flexibel arbeiten kann.

Wieso arbeitest du freiberuflich? Hast du dich je nach einer Festanstellung gesehnt?
Der Entschluss mich selbstständig zu machen kam (wie bei vielen) aus der Not heraus. 2002 konnte ich aufgrund der insgesamt schlechten Wirtschaftslage nicht mehr in dem Designbüro arbeiten, in dem ich direkt nach meiner Ausbildung angefangen hatte. Da damals überall gespart wurde, v.a. in der Werbung, hatte ich als Fast-Berufsanfänger kaum eine Chance auf eine Festanstellung. Ich merkte aber, dass ich als Freelancerin deutlich bessere Karten hätte. Mein Mann machte mir Mut, es einfach zu probieren. Und seither läuft es mit den typischen Höhen und Tiefen ganz ordentlich. Es war also ein guter Schritt. Und dennoch sehne ich mich ab und zu nach einer Festanstellung. Zum Beispiel wenn ich Feedback zu einem Entwurf oder überhaupt ein Fachgespräch benötige, wenn es mal nicht so gut läuft, oder wenn ich eine Anschaffung tätigen möchte, aber nicht weiß, wie viel ich im nächsten Monat einnehmen werde. Ich wüsste dann, was ich jeden Monat auf dem Konto hätte, ein paar Versicherungen könnte ich kündigen (z.B. eine Betriebsrechtschutzversicherung), ich müsste mich um weniger kümmern und hätte weniger Sorgen. Aber ich hätte definitiv auch weniger Freiheiten.

Was sind die größten Herausforderungen der Freiberuflichkeit? Und wie meisterst du sie? 
Am schwierigsten ist es vermutlich, sich jeden Tag neu zu motivieren, wenn es mal nicht so gut läuft. Schwierige Phasen gibt es immer, das lernt man über die Jahre. Wenn viel zu tun ist, macht es ja Spaß, aber da muss man aufpassen, dass man sich auch mal eine kurze Auszeit gönnt und z.B. ab 20 Uhr nur noch in Notfällen erreichbar ist. Am Ball bleiben, d.h. sich über Branchenneuigkeiten und Trends informieren, z.B. über Fachzeitschriften oder (Design-)Blogs. Ganz wichtig ist es, sich auszutauschen und nicht nur vor sich alleine hinzuwurschteln. Ein Austausch kann z.B. stattfinden unter Studienkollegen, unter befreundeten Mitbewerbern oder in Business-Netzwerken (bspw. Xing). Netzwerke halte ich für besonders wichtig, egal ob man sich nur austauscht oder sogar gemeinsam an Aufträgen arbeitet. Ich habe mit der Freelancer-Tätigkeit das Glück, dass ich ganz viel Austausch haben kann, wenn ich in den Agenturen sitze und dort auch immer einiges dazulerne, da ja jede Agentur eine andere Arbeitsweise hat. Das kann ich dann auf meine eigene Firma adaptieren. Und nicht zu vergessen, eine riesige Herausforderung ist es, überhaupt erstmal Kunden zu bekommen. Da empfehle ich wieder Business-Netzwerke, die regionale Treffen anbieten. Man muss sich unbedingt (vor Ort) bekannt machen, denn kaum jemand vergibt einen Auftrag an jemanden, den er nicht kennt oder der ihm zumindest nicht empfohlen wurde. Ach, und nicht unter Wert verkaufen. 25 Euro pro Stunde können einfach nicht reichen – man hat monatliche Fixkosten, das Finanzamt will noch einen großen Teil davon und etwas Gewinn für Rücklagenbildung wäre auch nicht schlecht.

Kannst oder könntest du dich und deine Familie mit deiner Arbeit finanzieren?
Nein – nicht seit die Kinder da und sie noch so klein sind. Das finde ich zwar natürlich schade, aber zum Glück verdient mein Mann ganz gut. (Wobei ich mich nicht darauf ausruhen will.) Ich bewundere jeden, der sich ganz ohne Partner oder anderen finanziellen Unterstützer an der Seite selbstständig macht!

Wie gelingt es dir, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen?
Da ich wie gesagt überwiegend von zu Hause aus arbeite, kann ich meine Arbeitszeit flexibel gestalten. Die Kinder gehen immer vor, da muss ich eben auch mal nachts noch an den Computer. Außer Haus arbeite ich dann wieder in der Zeit, in der der große Junge in der Kita ist bzw. irgendwann der kleine Junge in der Kleinkindgruppe. Mein Mann arbeitet recht viel bzw. ist in seinem Job auch öfter mal für ein paar Tage verreist. Sonst teilen wir uns die Betreuung der Kinder, die Bespaßung und das Zubettbringen. Wenn es erforderlich ist, springen auch mal die Großeltern ein, was sie sehr gerne tun (Danke!). Die Hausarbeit kommt ganz zum Schluss. Spontanbesuch darf sich also nicht an sich ständig anhäufender Bügelwäsche oder unaufgeräumten Zimmern stören.
Aber ich gebe zu, manchmal fühle ich mich doch etwas überfordert und bin daher sehr froh, dass wir Freunde und Großeltern in der Nähe haben.

Wo wohnst du in Reutlingen und wie?
Wir wohnen seit dreieinhalb Jahren in einem meist ruhigen, gewachsenen Wohngebiet, in fußläufiger Nähe zur Innenstadt, in einem Häuschen aus dem Jahr 1938 mit kleinem Garten. 120 qm Wohnfläche zzgl. Keller und noch Ausbaureserve im Dachgeschoss. Das Häuschen war in einem sehr guten Zustand. Die Fenster, die Heizung und die Küche waren erst ein paar Jahre alt, die Aufteilung war gut, die Leitungen und Rohre waren auch in Ordnung. Somit mussten wir nur renovieren: überall war Teppich, der musste raus und Parkett wurde verlegt, die Tapeten kamen runter, neue drauf, die Badfließen habe ich überstrichen und ein paar weitere Leitungen kamen hinzu. 
Da mein Mann und ich zum Teil sehr unterschiedliche Geschmäcker haben was die Einrichtung betrifft (er ist der Technikfreak und ist nicht der Auffassung, dass man ständig etwas an der Einrichtung ändern muss, ich bin designverliebt und mag die Veränderung), müssen wir viele Kompromisse schließen. Wenn es nach mir ginge, würden wir momentan mit viel Weiß und vielen bunten Farbtupfern, hauptsächlich Vintagemöbeln und einigen Designerstücken wohnen (ich will endlich einen Eames Stuhl!) und auch immer mal wieder Möbel umstellen oder austauschen. Aber in der Realität haben wir viel Weiß (die bunten Details schmuggel ich gerade nach und nach ein), viele Stücke vom Schweden und ein paar wenige alte Dinge und Selbstgemachtes.

Welches sind deine Lieblingsorte in Reutlingen?
In der Waldesslust und im Café Nepomuk kann man entspannt und lecker essen. Bei beiden gibt es einen schönen Biergarten, und im Nepomuk ist es zudem noch super mit kleinen Kindern. Dort werden sogar überwiegend Bioprodukte angeboten. Das Hofgut Gaisbühl gehört zur Bruderhaus Diakonie und lohnt einen kurzen Besuch. Neben einem kleinen Spielplatz und Tieren zum bestaunen gibt es hier auch einen Tagwerksverkauf und einen Bioland-Hofladen. Meine Stammkneipe Kaiserhalle (Kohla) ist zwar etwas düster, aber hier gibt es (meistens) gute Musik und einen Tischkicker. 
Reutlingens Erscheinungsbild hat während dem Krieg stark gelitten, vieles wurde zerstört. Seither finden sich einige „Bausünden“ in der Stadt. Aber es gibt doch einige Ecken, die wirklich schön sind. Viel Grün und tolle Spielplätze findet man z.B. im Stadtpark, in der Planie, im Volkspark und in der Pomologie. Unser Hausberg, die Achalm, bietet sogar noch einen alten Aussichtsturm. Aber auch die Wohngebiete Georgenberg, Achalm und Lerchenbuckel sind unheimlich schön, da es gewachsene Wohngebiete mit vielen älteren, aber auch einigen tollen neuen Häusern sind. Für Architekturbegeisterte wie mich also genial zum gucken.
 Nicht in, sondern nur in der Nähe, ist die Schwäbische Alb. Wenn ich aber da tolle Orte aufzählen soll, dann schreibe ich noch morgen.

Was sollte ich unbedingt kennen lernen, wenn ich einmal in Reutlingen bin?
Eine Reutlinger Besonderheit ist die Mutschel. Das sternförmige mürbe Hefeteiggebäck gibt es nur in der kalten Jahreszeit zu kaufen. Es gibt sogar einen Mutscheltag, an dem in den hiesigen Cafés und Kneipen bestimmte Würfelspiele um dieses Gebäck gespielt werden. Außerdem sehenswert sind die Spreuerhofstraße (die engste Straße der Welt), die Stadtmauerhäuser, die ehemalige Arbeitersiedlung Gmindersdorf, die Gartenmesse Garden Life, der Regionalmarkt neigschmeckt, der Kreativmarkt „handfest“, das Umweltbildungszentrum Listhof und alle schon in der vorherigen Frage genannten schönen Plätze.
 Aber am wichtigsten: wenn Du, liebe Indre, einmal in Reutlingen bist, solltest Du unbedingt mal mich besuchen kommen ;-).
Anm.: 1.000 Dank für die Einladung, liebe Katja, das mache ich ganz gerne!

Was wünscht du dir für 2013 und was planst du fürs neue Jahr?
Ich mache mir eigentlich nie Jahrespläne. Neben lieben Kindern, Gesundheit, allgemeinem Glücklichsein und interessanten Aufträgen hoffe ich aber, ich kriege es endlich mal gebacken, einige Dinge von meiner To-Do-Liste zu streichen, wie z.B. meine Firmenwebsite umzugestalten und zu aktualisieren, diverse Nähprojekte für meine Kinder, einen kleinen Shop mit meinen eigenen freien Kreationen zu eröffnen oder einen Siebdruckkurs zu machen. Außerdem will ich wieder an mehr Business-Veranstaltungen teilnehmen, sobald mich der kleine Junge abends nicht mehr braucht. Und vielleicht kann ich meinen Mann ja doch noch irgendwann von der überaus dringenden Notwendigkeit eines VW-Busses überzeugen ;-).

Sonntag, 18. November 2012

Nur so

Nur so ein kleiner Sonntagsgruß. Ich wünsche euch noch einen schönen Restsonntag. Zum Lesen bin ich wieder einmal nicht gekommen... Was habt ihr gemacht?

Just some little Sunday greetings. Unfortunately I haven´t find the time to read... What have you done?

Weihnachtsbäckerei

Die ersten vier Päckchen von Adventskalender Nr. 1 sind gefüllt. Mit Weihnachtsgebäck: Mailänderli,  – dem Schweizer Weihnachtsguetzli – mit Schoko-Vanille-Taler, Braunen Kuchen, Linzer Schnitten und mehr. In den nächsten Tagen nehme ich mir Weihnachtsschmuck vor. Apropos: das Himmeli wächst weiter. Bald mehr .

The first packages for Advent calendar No. 1 are filled. With cookies: the tradional Swiss Mailänderlichocolade-vinilla-cookiesbrown cake and Linzer Schnitten. The next days I will do some Christmas decoration. Apropos: The Himmeli is growing. More soon.

Freitag, 16. November 2012

FFF121116

Es ist wieder so weit: FFF.
It´s time again for FFF.

Weihnachten? // Christmas?
Ich freue mich schon auf unseren Weihnachts-"Baum" // I am looking forward to our Christmas "tree"


Was soll jeder wissen? // What should everybody know?
Dass BLOGST ein voller Erfolg war und
diese großartige Zeichnung von Anna von Novembertomate stammt! //
...that BLOGST was a total success and
this gorgeous illustration is made by Anna from Novembertomate


Ein einfacher Deko-Tipp? // A deco tip?
Weniger ist mehr // Less is more
                

   Tolles Geschenk? // Great gift?
All what is pretty, good and fair.


Macht dich sooo glücklich? // What makes you so happy?      

Donnerstag, 15. November 2012

Advent. Advent. Ideen gesucht.

In zwei Wochen beginnt die Adventszeit. Das löst gerade Schnappatmung aus. Denn das heißt: Ich habe nur noch 14 Tage Zeit, um zwei Adventskalender zu füllen. Einen für das kleine große Mädchen und einen für meine Mutter (ein Ritual seit rund 10 Jahren). Grundsätzlich wäre das vielleicht machbar. Aber: Womit füllt man zwei Adventskalender, wenn man (fast) nichts kaufen will? Ich habe mir vorgenommen, 24 x 2 kleine Adventsgeschenke aus Alt neu zu machen und nur das Allernötigste dafür zu kaufen – Zutaten. Ich weiß nicht, ob es mir gelingt. Noch habe ich keine 48 Ideen. Könnt ihr mir helfen? Habt ihr Ideen?

In two weeks the Advent begins. This solves gasping, because that means I have only two weeks to fill two Advent Calendar. One for the little big girl. One for my mother. In general this would be feasible. But: With what do you fill it, if you take (almost) nothing to buy? I intend to make 24 x 2 small Christmas gifts and to buy only the basic necessities, such as ingredients. I don´t know if I succeed. I still have not all 48 ideas. Can you help me? Do you have ideas? Then please just tell me so! As a thank-you I will give away a fine little Christmas present every Advent Sunday – handmade of course.
Adventskalender aus den Jahren 2010 und 2011

Mittwoch, 14. November 2012

Morgensonne

Heute morgen schien die Sonne. Erst mild, dann immer intensiver.
Today morning the sun was shining. First slightly, then more and more intensively.


DIY: Der Ursprung des Designs? Im Gespräch mit SZ-Redakteur Thomas Bärnthaler

Bereits im April diesen Jahres hat sich das Süddeutsche Zeitung Magazin dem Thema DIY gewidmet und namhafte Designer/innen eingeladen, Ideen zum Selbermachen zu entwickeln. Hier habe ich darüber berichtet. In der aktuellen Ausgabe (9. November 2012) zeigen sie nun zum zweiten Mal DIY-Ideen renommierter Designer/innen. Warum? Diese und zwei weitere Fragen habe ich SZ-Redakteur Thomas Bärnthaler gestellt.

In April the Süddeutsche Zeitung Magazin has dealt with DIY the first time. Now they have invited famous designers again to create a DIY-idea. Why? This question and two others I have asekd editor Thomas Bärnthaler. 
alle Bilder aus dem SZ-Magazin
Schon zum zweiten Mal bringt das SZ-Magazin einen großen Beitrag zum Thema DIY. Was reizt euch am Selbermachen? 
Designobjekte sind zum Fetisch geworden, deren Aura mit viel Geld bezahlt wird. Designer funktionieren mittlerweile wie Marken, die sich Produkte für die Konsumgesellschaft ausdenken. All das wollten wir hinterfragen. Gutes Design muss eben nicht teuer sein und auch nicht exklusiv. Es geht um gute Ideen und Lösungen für Probleme. Also um den Ursprung von Design, der immer mehr aus dem Blick gerät. Zu unserer großen Freude sahen das auch viele große Designer so und machten mit.

In der Wochenendausgabe der SZ wird die DIY-Bewegung als "Revolution" bezeichnet, als radikale Veränderung im Konsumverhalten. Also kein kurzfristiger Trend, keine oberflächliche Mode-Erscheinung. Stimmt ihr dem zu? Erleben wir gerade den Beginn einer neuen Wirtschaftsform?
Ich würde es nicht so hoch hängen. Aber es ist eine erfreuliche Entwicklung, eine Abkehr vom reinen Konsum. Dazu gehören auch Dinge wie Upcycling und eine neue Freude am Reparieren. Es wäre schön, wenn aus dieser Grassroots-Bewegung ein neues gesellschaftliches Bewusstsein erwächst.

Die DIY-Bewegung ist ohne das Internet und Plattformen wie Dawanda und Etsy, vor allem aber ohne Blogs nicht denkbar. Wie steht ihr zu Blogs? Wird das SZ-Magazin in Zukunft auch stärker mit Blogger/innen kooperieren? Und falls ja, wie? 
Blogs sind und bleiben für uns Journalisten wichtig als Informationsbörsen und Ideengeber. Nie war es einfacher an Informationen zu gelangen, aber auch nie unübersichtlicher. Blogs können da Filter sein, die die Spreu vom Weizen trennen. Und natürlich freuen wir uns immer wenn Blogger Geschichten von uns weiterverbreiten!

Herzlichen Dank für das spontane Gespräch, Thomas Bärnthaler!

Dienstag, 13. November 2012

Das Nachbeben. BLOGST Konferenz Teil II.

Es ist Tag 2 nach BLOGST. Normalerweise ist die Post-Veranstaltungseuphorie jetzt abgekühlt. Doch das Nachbeben hält an. Was ist passiert?

All die Informationen, Anregungen und Denkanstöße - sie bringen die Synapsen zum Glühen. Dazu all die Begegnungen und Gespräche mit vielen (leider nie allen) tollen Frauen (und wenigen Männern), die mich berührt und inspiriert haben. Doch damit nicht genug: Es ist auch diese besondere Atmosphäre, die nachwirkt in mir. Ricarda und Clara haben mir eines sehr deutlich vor Augen geführt: Die von Kommunikations- und Event-Leuten so begehrte "Emotionalität" lässt sich nicht allein durch "Formate", "Methoden" und "Settings" herbeizaubern. Sie wird getragen von der Freude am Tun, der Leidenschaft zu und Überzeugung von der Sache - gepaart mit einer großen Zuneigung und Fürsorglichkeit gegenüber allen Beteiligten. Und nicht zuletzt ist da die Erfahrung, als Frau (mehr oder weniger) allein unter sich zu sein. Eine tolle Erfahrung! Selten habe ich eine so glückliche Verbindung aus Professionalität, Offenheit und Wertschätzung erlebt. Zusammen genommen ist das eben viel mehr als die Summe seiner Teile. Was aber dann?

Es ist ein neues Selbstbewusstsein: Ja, das was wir machen ist gut. Richtig gut! Und es ist die Ahnung, dass hier etwas Großes entstehen kann. Vielleicht der Beginn einer neuen Bewegung und gemeinsamen Sache: einem Netzwerk der Lifestyle-Blogger/innen, das sich seiner Stärke bewusst ist und sich füreinander stark macht (mit einem gemeinsam entwickelten Werte-Kodex zum Beispiel).

Übrigens gibt es eine unglaubliche Fülle von BLOGST-Berichten. Einige davon findet ihr bei Nic von Luzia Pimpinella. Sie hat selbst einen wunderbaren, allumfassenden und schönen Beitrag geschrieben und eine Berichte-Sammlung angelegt (die mit Stand jetzt und wenn ich diesen noch verlinke 15 Berichte umfasst). Und in der fb-Gruppe Blogst und Stift findet ihr noch viel mehr.



Montag, 12. November 2012

DIY: Gegenökonomie oder Natursehnsucht?

Nach der BLOGST Konferenz, die weiterwirkt in mir, widme ich mich heute wieder einmal meinen Leib- und Magenthemen DIY. Es ist Teil meiner Auseinandersetzung mit der Frage nach dem "richtigen Konsum", die mich seit Wochen umtreibt und auf die ich euch noch eine Antwort schulde... bitte habt noch ein wenig Geduld mit mir.

Nach meiner Rückkehr aus Hamburg habe ich ein wenig überrascht festgestellt, dass sich die  Süddeutsche Zeitung in ihrer Wochenendausgabe mit einer ganzen (Panorama-)Seite dem Thema DIY widmet. Claudia Fromme geht in ihrem Artikel Die neue Masche auf Spurensuche. Sie will herausfinden, was es auf sich hat mit Phänomen des Selbermachens. Ihr Weg führt vom Magazin CUT über Burda Style und Dawanda bis hin zur Landlust. Am Ende ahnt sie, dass es wohl mehr ist als ein Trend oder eine bloße Modeerscheinung, und doch bleibt sie skeptisch angesichts des herzverzierten "Kuschelkommerz".

Der durchaus wohlwollende, aber kritische Blick der Autorin stimmt mich nachdenklich. Ist die DIY-Bewegung nur der Ausdruck einer Sehnsucht nach Natürlichkeit und Authentizität (von der ich selbst keinesfalls frei bin)? Oder ist sie eine Gegenökonomie wie Holm Friebe im Interview der selben Ausgabe Web 2.0 als Katalysator meint? Im besten Falle könnte es beides sein: Die Sehnsucht als Antrieb, um eine neue Wirtschaftsform zu etablieren. Die Frage ist, wie weit die Sehnsucht trägt. Ob sie vergeht, sobald es weniger kuschelig wird. Optimistisch machen mich die Erfolge diverser Selbermacher/innen, die mit Leidenschaft und Biss ein Gegenbusiness aufgebaut haben, wie Sophie Pester (hello handmade) und Cathi Bruns (workisnotajob) oder Tania Gehrmann (Frau Tulpe) und viele mehr.

Wie seht ihr das?

The German Newspaper Süddeutsche Zeitung has dealt with DIY this weekend. The question that arises is: What is DIY? Nostalgia and the yearning for naturalness and authenticity or an alternative economy? I don´t know, but I guess it could be both: The yearning is the impulse to create a better economy.


Samstag, 10. November 2012

BLOGST Konferenz Tag I

Acht Stunden Inspiration, Diskussion, Input und Gespräche liegen hinter uns. Doch die Lust am Austausch ist ungebrochen. Gerade spricht Christian Solmecke zum Thema "Blogs & Recht".  Das – überwiegend weibliche – Publikum lauscht gebannt, fragt nach, hinterfragt, kommentiert und lacht immer wieder.

Mein Workshop "BLOGgen als Business" war so gut besucht, dass ich das Konzept kurzfristig umstellen musste. Fishbowl statt Workshop. Die Diskussion war spannend bis zum Schluss: ganz verschiedene Erfahrungen, unterschiedliche Perspektiven und Meinungen zum Thema "BLOGgen als Business" wurden ausgetauscht und wir hätten noch stundenlang weiterdiskutieren können ... Eine Zusammenfassung der Ergebnisse in Kürze (ich versuche, die Diskussion noch mal in Ruhe zusammen zu fassen):
  • Vorurteile abbauen: In Deutschland ist es immer noch verwerflich, wenn man mit dem Geld verdient, was einem Spaß macht. Das muss sich ändern. Wie? Indem wir es selbst selbstverständlich tun. 
  • Der Wert unserer Arbeit: Blogs bieten hochwertige Inhalte und reichhaltiges Wissen – und sie machen viel Arbeit. Das muss honoriert werden. 
  • Authentizität vs. Geldverdienen?: Das Erfolgsgeheimnis von Blogs ist ihre Authentizität: der subjektive Blick, die Persönlichkeit der Blogger/innen schafft Vertrauen. Zuviel und/oder unpassende Werbung kann Leser/innen verstören und das Vertrauensverhältnis gefährden. Man muss daher genau abwägen, welche Werbeformate und -inhalte zum Blog passen und wie viel Werbung „verträglich“ ist. Ein „Drahtseilakt“. 
  • Individuelle Werbeformate: Unternehmen sollten individuelle Anzeigen für Blogs anbieten. Wenn das Layout zum Blogdesign passt, würden viele mehr Anzeigen schalten. Sprecht die Unternehmen an! Viele würden sich dazu bereit erklären.
  • Transparenz ja, Rechtfertigung nein: Werbung muss als Werbung auf jedem Blog erkennbar sein. Das ist nicht nur aus rechtlichen Gründen erforderlich, sondern auch wichtig gegenüber den Leser/innen (Stichwort: Vertrauen). Aber kein/e Blogger/in muss sich nicht rechtfertigen und erklären, warum sie Geld verdient. Kein/e andere Berufstätige/r rechtfertigt sich, warum er für ihre/seine Tätigkeit Geld verdient. 
  • Kooperation statt Einzelkampf: Damit Bloggen als Beruf eine Perspektive hat, müssen wir Blogger/innen kooperieren und gemeinsame Standards setzen. Wenn wir unsere Arbeit immer wieder unter Wert verkaufen oder umsonst anbieten, kann Bloggen nicht zum Beruf werden, mit dem man sein Geld verdient. 
  • Die Zukunft der Arbeit: Das Internet muss lernen, Geld zu verdienen. Große Firmen wie Karstadt, Quelle, Schlecker sind pleite, die industrielle Fertigkeit ins Ausland verlagert. Die Zukunft der Arbeit liegt im Internet.
Wenn ihr euch einen ersten visuellen Eindruck von einer rundum gelungenen Konferenz machen wollt, findet ihr hier erste Bilder.

Herzlich willkommen!
Alles ist im ... Gespräch.
Nic
Anna Fr0st

Freitag, 9. November 2012

FFF 121109

Freitag. Heute geht´s auf nach Hamburg zur 1. BLOGST Konferenz. Ich freue mich! Und es ist FFF.
Friday. Today I go to Hamburg to the first BLOGST Conference. I am excited. And it is FFF.

Was hast du diese Woche jeden Morgen gemacht?
What did you do this week on every morning?
Kaffeetrinken wie jeden Morgen // drinking coffee like every morning
Womit hast du nicht gerechnet?
What haven´t you expected?
... dass meine geplante Auszeit so schnell Wirklichkeit werden würde. // ... that my intended time-out will become true so quickly.
Eine neue Idee?
A new idea?
... ist noch im Werden. // ... in progress.
Was willst du asap nachmachen?
What do you want to do as soon as possible (asap)?
Die Adventskalender // the Advent calendars
Dein Lebensmotto gerade?
What is currently your philosophy of life?
Auf das Wesentliche konzentrieren. // Focus on the essentials.