Heute "plaudere" ich mit Suse, die hinter dem "
frischen, klaren und aufgeräumten"
Fräulein Wunder steht und "ei
n besonderes Auge für Farben hat"
(Brigitte Jury Blog Kreativ Award). Mit dieser frischen, aufgeräumten Klarheit und dem Blick fürs Farbliche hat die Wahl-Berlinerin und zweifache Mutter es mit ihrem noch jungen Blog direkt auf die
Nominierten-Liste des Brigitte Blog Award geschafft. Mit Recht, wie ich finde! Und: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Wenn ihr ihr zur
Monatssiegerin verhelfen möchtet, dann schenkt ihr ein Herz für ihre – wie ich finde sehr gelungene – DIY-Idee: das
Park & Ride-Memoboard. Aber nun erst einmal viel Spaß beim Lesen!
Today I rap with Suse from Fräulein Wunder. Please have a look at her gorgeous blog, that is nominated by the Brigitte Blog Award.
Magst du ein wenig von dir erzählen? Wer bist du? Was machst du? Woher kommst du?
Gerne, ich bin Susanne, 32 Jahre alt und wohne seit 11 Jahren in Berlin. Berlin bezeichne ich als meine Heimatstadt, denn noch nie zuvor habe ich 11 Jahre an einem Ort verbracht. Städte wie Tübingen, Göttingen, Kiel, Hamburg, München...und ein kleines Dorf in Bayern... stellten in der Vergangenheit temporär meine Heimat da.
Wo wohnst du in Berlin? Und was sind deine liebsten Orte in deinem Kiez? Und welche Orte in Berlin?
Seit ich 2001 nach Berlin gekommen bin, wohne ich in Berlin-Friedrichshain. Zu meinen Lieblingsorten hier gehören das
Aunt Benny am Traveplatz, von hieraus arbeite und blogge ich gerne. Meinen Tag beginne ich am liebsten mit einer Schwimmrunde auf dem
Badeschiff und an den vielen kleinen Läden rund um den
Boxhagener Platz kann ich nur schwer vorbeigehen. Ich liebe das
RAW-Gelände mit seiner erhaltungswürdigen (Sub-)Kultur, dem Flohmarkt, dem Zirkus Zack und dem Cassiopeia. Empfehlenswert ist auch die
Lesebühne Chausee der Enthusiasten jeden Donnerstag.
Wenn ich abends mal weggehe, dann gerne nach Kreuzberg rund ums
Kottbusser Tor: Festsaal Kreuzberg,
Monarch usw.
Was hast du gelernt/studiert? Und wo arbeitest du/hast du gearbeitet?
Ich bin studierte Kommunikationswirtin und habe die letzten Jahre in verschiedenen Berliner Kreativagenturen als Projektmanagerin gearbeitet. Seit zwei Jahren arbeite ich – begründet durch die zeitliche Flexibilität – freiberuflich, seit einigen Monaten auch als Mitglied des Designnetzwerks
PARK.
Jetzt, wo meine Kleine in die Kita geht, möchte ich gerne wieder festangestellt arbeiten. Gerade verzweifle ich an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In der Medienbranche ist Teilzeitarbeit leider rar gesät. Viele Firmen sehen mehr die „Fehlzeit“, die Teilzeitarbeit mit sich bringt und nicht die Erfahrung, die Motivation und die Einsatzbereitschaft, die man einbringt.
Wie und was würdest du am liebsten arbeiten?
Mit der Frage beschäftige ich mich in der Tat gerade intensiv.
Ich bin abhängig von der hiesigen Kreativszene. Wir brauchen uns. Ein kreatives Umfeld beflügelt mich, ich ziehe enorm viel Energie aus den pulsierenden Einflüssen und Eindrücken um mich herum. Ich bin jemand der „mehrere Baustellen“ braucht, interdisziplinäres arbeiten hilft über den Tellerrand hinauszublicken, das reizt mich. Das kann ich. Ich schreibe gerne integrierte Konzepte, da kann ich meine Ideen und Erfahrungen einbringen und werde nicht durch eine banale Anwesenheitspflicht gelähmt.
Auch eine Ausstellung kuratieren wäre eine interessante Herausforderung. Neuland. Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit.
Ach, theoretisch gibt es viele Wünsche: an einem Wohnmagazin mitarbeiten, wäre mir eine Ehre; Kampagnen für den Bund oder Ministerien betreuen wäre auch eine interessante Tätigkeit. Denn auch informationsstarke und/oder sensible Themen können kreativ und ungewöhnlich umgesetzt und vermittelt werden.
Privat ist mir der Erhalt der unterschiedlichen Berliner Subkulturen wichtig. Das was Berlin zu Berlin macht darf nicht weggentrifiziert werden. Auch hier würde mich ein berufliches mitwirken interessieren.* Und nicht zu vergessen die DIY Szene, meine private Passion. Vielleicht ergibt sich da eine Möglichkeit meine Kenntnisse rund um Marken, Kommunikation und Organisation einzubringen. Ich bin gespannt wo mich mein Weg hinführt.
[*Oh ja, unbedingt!!! Lass uns hier was gemeinsam machen.]
Was würdest du gerne machen und weißt/ahnst, dass du es niemals tun wirst?
Ich ahne, ich werde in meinem Leben nicht mehr Innenarchitektur oder Design studieren. Zwei große Leidenschaften, die ich nun über meinen Blog kompensiere.
Weiterhin bin ich mir nicht sicher, ob ich jemals andere Kontinente bereisen werde – mein Plan ein halbes Jahr nach Australien zu reisen, nach Kuba, Brasilien, Thailand.... ich leide an ausgeprägter Flugangst! Aber ich gebe diesen Wunsch nicht auf.
Auch werde ich wohl nie über eine multiple Sprachbegabung verfügen. Das Gen der deutsch/englischen Muttersprachler mit Schwedisch-, Italienisch- und Japanisch-Kenntnissen fehlt mir einfach.
Wie kam es zu deinem Blog? Und was bedeutet es für dich?
Meinen
Blog gibt es ja erst seit Januar 2012, ich bin ein Spätsünder.
Der Wunsch eines eigenen Blogs war schon länger da. Vom passiven Beobachter zum aktiven Mitwirkenden, das fand ich interessant. Als Freelancer – und erst recht während der Elternzeit – verbringt man viel Zeit zu Hause, manchmal zu viel. Da musste noch was her. Der
Blog kam genau zur rechten Zeit. In den Anfangszügen ging es erstmal ums Sammeln und Zeigen, das klassische Notizbuch wurde digitalisiert. Mittlerweile bringe ich viel von mir selbst ein. Einblicke in mein Leben, in unsere Wohnung, DIY-Ideen und Anleitungen, private Ansichten etc. Der
Blog wurde durch Kommentare und persönliche Beiträge zum Leben erweckt. Das fühlt sich gut an. Man hat was erschaffen, das auf Resonanz trifft.
Wie wohnst du? Magst du ein Bilder deiner Wohnung zeigen?
Unsere Wohnung ist ein Spiegelbild meiner Seele. Wenn man die Wohnung betritt, trifft man auf Klarheit. Wenig Möbel, reduziertes Erscheinen, alles wirkt aufgeräumt, fast ein wenig nüchtern. Wenn man sich länger bei uns aufhält, macht man viele interessante, inspirierende, manchmal auch liebliche Entdeckungen. Als würde die Wohnung sich für die entgegengebrachte Aufmerksamkeit bedanken. Sie öffnet sich, man darf sie kennenlernen. Es macht Spaß unsere Wohnung kennenzulernen, immer wieder entdeckt man Neues. Die Wohnung ist ständig im Wandel, das räumliche Potential wird immer wieder neu definiert, der Stil ist die Veränderung.
Kommt man öfter ist man ein Freund. Dann kennt man das Leben hinter dem klaren Erscheinen. Man blickt in die Tiefe. Die überfüllten Küchenschränke samt Fluchen wenn man einen Topf sucht, die überquillten Kleiderschränke und Schubladen in denen eindeutig das Chaos regiert, man kennt die Kammer des Grauens (so heißt unsere Abstellkammer... zu Recht!). Die Wohnung birgt mehr als der erste Anschein verrät.


Was ist dein liebstes Möbel? Und warum?
Momentan bin ich immer noch ganz verliebt in einen Flohmarktfund. Am Boxhagener Platz habe ich einen weißen Z-Stuhl erstanden. Der wartet nun auf Zuwachs.
Was sind deine liebsten Kindersachen?
Meine Liebsten Kindersachen sind meist Kleidungsstücke. Eine Weste, die ich selbst genäht habe, zahlreiche selbstgenähte Röcke, einige Kleider. Ich mag Mias Glitzer-Sammelsurium, welches sich in jeder Ecke findet, ihre Schätze sind wie sie, strahlend und unaufdringlich. Seit einigen Tagen haben wir wieder das Kinderhaus aufgebaut, unsere neue Lieblings-Leseecke.
Was ist dein nächstes größeres Projekt?
Ich würde gerne das Wohnzimmer umgestalten. Den großen Schrank – der schon als Kind in meinem Kinderzimmer stand – würde ich gerne mal in den Keller stellen und stattdessen ein Riesen-Bücherregal anbringen. Ich zögere noch wegen der Unordnung, die im Schrank herrscht. Tür-zu-und-weg-is-es hat schon Vorteile.