Was bedeutet karamelo? Und wie kam es zu diesem Namen?
Würde man es mit »c« schreiben, wäre es spanisch und würde soviel wie »Bonbon« oder »Karamell« bedeuten. Letzteres liebe ich sehr. Aber mit »k« hat mir das Wort einfach besser gefallen.Was gefällt dir besonders an der Blogwelt und was stört dich an ihr?
Ganz klar: Die Inspiration. Zu sehen, was andere berührt, was sie sammeln, was sie umtreibt, was gekocht und gegessen wird. Ich finde es auch spannend zu beobachten, welche Dinge welche Kreise ziehen. Ein bisschen mehr konstruktive Kritik fände ich aber wünschenswert. Nicht alles rosa-rot sehen.
Vor Jahren habe ich mir auf einer Reise ein tolles Stempel-Alphabet gekauft. Damit fing eigentlich alles an. Irgendwann hatte ich dann das Bedürfnis, selber was zu produzieren. Einen kreativen Ausgleich zu schaffen. Fundstücke + Stempel = Ideen für karamelo. So in etwa.
Kannst du vom Stempfelverkauf leben?
Nein. Ich weiß auch gar nicht, ob ich das will. Ich finde es befriedigender, nicht nur eine einzige Sache zu tun. Ich gehe auch gerne meinem Brötchen-Job nach, der sich schon von Projekt zu Projekt anders gestaltet. Ich mag es, an mehreren »Baustellen« zu arbeiten.
Was sind die (oder besser: deine) größten Herausforderungen als Handmade-Kleinstunternehmerin?
All die Auflagen zu beachten (und vor allem davon zu erfahren!). Und den Überblick zu behalten. Man ist auf so vielen unterschiedlichen Kanälen unterwegs, die man auch für sich erst einmal ausloten muss, dass einem schon ein bisschen schwindelig werden kann.
Was muss ein/e Handmade-Kleinstunternehmer/in aus deiner Sicht unbedingt machen/haben, um erfolgreich zu sein?
Hm, das ist eine schwierige Frage. Das kann man nicht pauschal beantworten, die Antwort gestaltet sich für jeden anders. Für den einen ist ein Business-Plan das A und O, für den anderen ist ein Gründerseminar hilfreich. Der nächste hat vielleicht von Haus aus einen guten Support und der übernächste ist einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich würde sagen: Das Wichtigste ist, den Dingen nachgehen, die einem Spaß bereiten! Das Zweitwichtigste: Augen und Ohren offen halten.
Ich habe die Hoffnung, dass die Handmade-Szene als Teil der Kreativwirtschaft ein Vorbild für "zukunftsfähiges Arbeiten" und besseres (nachhaltige) Wirtschaften ist. Wie schätzt du das Vorbildpotenzial ein?
Ich schließe mich Deiner Hoffnung an. An der Honorierung bzw. Verankerung in und durch eine breitere Masse arbeiten die kleinen Labels Tag für Tag. Eine große (Produkt-)Vielfalt macht den kulturellen Stellenwert einer Gesellschaft aus. Letztlich will keiner in einer homogenisierten Umgebung leben. Man muss allerdings auch bereit sein, da hinein zu investieren und gegebenenfalls persönliche Abstriche zu machen. In den seltensten Fällen lauert hier das schnell verdiente Geld. Die Frage ist: Will man das überhaupt?
Arbeitest du vollzeit für karamelo?
Nein. Allerdings versuche ich, soviel Zeit wie möglich zu investieren.
Was hast du gelernt oder studiert?
Ich habe einen Diplom in Foto-Design. Allerdings habe ich seit meinem Studium nicht mehr als Fotografin gearbeitet. Mein Platz ist eher auf der anderen Seite. Nicht vor der Kamera, sondern vor den Bildern: Ich organisiere Ausstellungen und schreibe darüber.
Hast du Familie und Kinder?
Ja. Einen Mann und zwei Kinder. Von jeder Sorte eins.
Wie gelingt es dir, Beruf und Kind unter einen Hut zu bringen? Und was ist die größte Herausforderung/ das größte Problem dabei für dich?
Die Zeit! Der Dämon, mit dem ich jeden Tag auf's Neue kämpfe. Trotz aller Strukturierungsversuche habe ich nie genug davon. Weder für die Arbeit noch für die Familie, Freunde oder Hobbys.
Was sind deine nächsten Projekte und Pläne?
Mehr Schreiben, mehr Zeichnen! Ausserdem: karamelo-Produkte in »richtigen« Läden platzieren.
Was würdest du gerne tun und weißt, dass du es wahrscheinlich niemals tun wirst?
Oh, dazu fällt mir einiges ein: Nochmal Studieren, Stricken lernen, mein Französisch aufbessern, auf einem alten Bauernhof auf dem Land leben, eine mehrmonatige Reise unternehmen (zumindest nicht, bevor die Kinder nicht aus dem Haus sind). Ausserdem haben mein Mann und ich seit Jahren eine gemeinsame Projektidee, können uns aber auf keine Umsetzung einigen. Das wird wohl eine reine Idee bleiben ...
Wenn ich die Handmade-Szene von Köln kennenlernen möchte, wohin würdest du mich schicken? Wen sollte ich unbedingt kennen lernen und warum?
Auf den Designer Frühling am 5. Mai in der Lutherkirche in der Kölner Südstadt. Das ist ein ganz charmanter, selbstorganisierter Markt, auf dem Du viele spannende, lokale Labels und LabelmacherInnen auf einmal kennenlernen kannst!







Klasse Beitrag.
AntwortenLöschenBin auch ein Karamelo Fan, auch wenn ich noch keine der Arbeiten mein eigen nennen darf.
Aber vielleicht dann nach dem Umzug.
Vielen DANK
LG
Ines
Hui! Ich freu' mich sehr! Danke an Dich, liebe Indre!
AntwortenLöschenwunderbarer Einblick hinter eine ganz tolle Frau und ihre wunderbaren Produkte...ich habe mich auch sofort in die Stempel von karamelo verliebt...so schön...leiben Dank fürs zeigen...drück dich/euch...cheers and hugs...i...
AntwortenLöschenTolles Portrait!
AntwortenLöschenLiebe Grüße an euch Zwei!
toll. mehr ist nicht zu sagen. außer vielleicht nochmal: toll :)
AntwortenLöschendiesmal ein besonders spannender blick hinter die kulissen! karamelo ist toll!
AntwortenLöschenTolle Fragen - tolle Antworten!!!!
AntwortenLöschenViele Grüße * Denise
Danke für das interessante Interview!
AntwortenLöschenSchöne Grüße
Ein tolles Interview...mit schönen Einblicken!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Sabine
danke für die vorstellung. ich kannte karamelo noch nicht, bin aber jetzt schon begeistert und gehe jetz schauen. gruß aus dem eisigen hannover
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