Freitag, 19. Dezember 2014

KW 51 #Zweispurig

Teetrinken und ...

Noch wenige Tage und das Jahr ist um... Ja, es ist Gemeinplatz, vor allem aber gemein, dass die Zeit – je älter man wird desto schneller – verfliegt. Gefühlt ist April. Einerseits. Andererseits könnte nächstes Jahr auch 2017 sein, so dicht und intensiv und voll war dieses Jahr. Es passt nicht zusammen. Oder die Zeit verläuft zweispurig und überholt sich dabei immer wieder selbst. Das würde auch zur vergangenen Woche passen.


In diesem Sinne einen schönen 4. Advent und ein gutes Wochenende!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

M i MAs Kladden: Nils Beier und der Alltag in der DDR

Am Strand 1954 | Foto: Manfred Beier via Bundesarchiv
'Ich begreife Geschichte als Geschichten'. Nils blickt auf den Teller, der vor uns auf dem Tisch steht. Weintrauben liegen darauf. Tiefblau und süß und klein. Er hat sie aus dem Garten einer Freundin mitgebracht – in die Rote Beete. Dort, in der Raucherkneipe in der Gleditschstraße, haben wir uns verabredet, um über sein Buch zu sprechen: Alltag in der DDR. Vor vier Jahren ist es erschienen, und es wurde ein Erfolg. Tausende sind über den Ladentisch gegangen. 2011 wurde es zum 'Historischen Buch des Jahres' gekürt. Dabei hatte alles ganz anders angefangen.

2002 starb Manfred Beier. Der Lehrer für Geografie, Deutsch, Englisch und Astronomie war ein passionierter Fotograf und leidenschaftlicher Zeitchronist. Er fotografierte alles, aber immer nur für sich. Niemand, nicht einmal seine Familie, hat zu seinen Lebzeiten kaum je ein Bild zu Gesicht bekommen. 'Er war kein geselliger Typ, eher ein wenig eigenbrötlerisch.' Umso größer war die Überraschung beim Sichten der Erbschaft: Mehr als 60.000 Fotos fanden Nils und sein Bruder Wolf im Keller des heimischen Wohnblocks – pedantisch geordnet und penibel beschriftet in diversen Schubladenschränken und Kisten. (Quelle) 'Was sollten wir damit machen?' Auch nach 10 Jahren scheint das Fragezeichen auf Nils Gesicht bei dem Gedanken an den spektakulären Kellerfund noch auf. Einfach wegwerfen? Ein Gedanke, der sich angesichts der zum Verzweifeln großen Materialfülle das ein oder andere aufdrängte – zum Glück aber nicht durchsetzte. Einer Intuition folgend stellten sich die Brüder der Herausforderung und begannen sich durch die Materialmassen zu arbeiten – Foto für Foto, Film für Film, Dia für Dia. Schon bald wurde ihnen klar: Das Material hat Potenzial. Nicht nur die technische Qualität der Bilder und das handwerkliche Können ihres Vaters waren beeindruckend, sondern auch oder vor allem sein Blick auf die Welt.
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links: Mann in Kittelschürze 1962 | rechts: Manfred Beier Selbstportrait | beide Fotos: Bundesarchiv

Mittwoch, 17. Dezember 2014

In eigener Sache: Digitalisierung der Arbeitswelt [Online-Umfrage]

Foto (c) republica 
Heute wende ich mich einmal in beruflicher Sache an euch – wohlwissend, dass viele Designer/innen, Innenarchitekt/innen, Fotograf/innen und andere Vertreter/innen der Designwirtschaft* unter meinen Leser/innen sind.

Im Auftrag des Büros für Technikfolgen-Abschätzung am Deutschen Bundestag (TAB) untersuchen wir, IFOK und das IBE, die Folgen der Digitalisierung in der Designwirtschaft und im Anlagen- und Maschinenbau. Welchen Einfluss hat die flächendeckende Verbreitung digitaler Dienste und Technologien auf Bildung und Qualifizierung, welche Kompetenzen werden heute und in Zukunft gebraucht und wie verändert sich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben? Diesen und weiteren Fragen gehen wir in unserem branchenvergleichenden Gutachten nach. 

Bis zum 23. Januar 2015 führen wir dazu eine Online-Umfrage durch. Mit eurer Teilnahme würdet ihr mir/uns sehr helfen! 

Die Beantwortung der Fragen nimmt ca. 15-20 Minuten in Zeit in Anspruch. Selbstverständlich werden alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten und alle Angaben vertraulich behandelt sowie anonym ausgewertet. 

à Zur Umfrage à Für eure Unterstützung bedanke mich schon jetzt ganz herzlich! 

Leitet den Link zur Umfrage gerne an Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen, Freunde und Bekannte weiter und/oder teilt ihn in euren Netzwerken. Je mehr Personen mitmachen, desto besser.

*Definition der Bundesregierung
Die Designwirtschaft ist ein Teilmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft, zu dem u.a. Büros für Industrie-, Produkt-, Mode-, Grafik- und Kommunikationsdesign, für Interior Design und Raumgestaltung, für Werbegestaltung und für Schmuckherstellung sowie die selbständigen Fotografen/innen gezählt werden. Quelle

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Foto (c) republica 


Dienstag, 16. Dezember 2014

M i MA zügelt: Vom Hausen

'One Day We Will Find A Place Called Home" | Installation und Foto von Ieva Jansone




Das Thema Wohnen beschäftigt mich seit jeher. Aber in den letzten Monaten hat sich etwas verändert: Das 'Wohnen' fällt mir zunehmend schwerer.

Im Oktober habe ich eine Ausstellung im Verein Berliner Künstler besucht. Titel und Thema: Behausung. Ein seltsames Wort. So nah am Vertrauten (dem Zuhause, dem Haus) und doch so fern. Christian Kupke, der die Eröffnungsrede hielt, hat es auf den Punkt gebracht:

Es gibt da offensichtlich einen signifikanten Unterschied zwischen dem 'Hau­sen', dem 'Be­hau­sen' und dem 'Wohnen' an einem Ort: Wer in einer Woh­nung haust, wohnt dort nicht wirklich, er macht sie in Wahrheit unwohnlich. Und wer in einer – oder seiner – Behausung wohnt, haust dort offen­bar nicht; er hat sich nämlich, im Gegenteil, wohnlich eingerichtet. Quelle

Angesichts des bevorstehenden Umzugs, neige ich zum 'Hausen'. Kennt ihr das?
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Gemälde von Edite Grinberga


Montag, 15. Dezember 2014

Ein Blick hinter Frau Haessy

Claudia Haessy (c) Frau Haessy 

Dieser Blog ist gefährlich; er hätte mich fast mein Laptop gekostet. Ich konnte den Kaffee gerade noch runterwürgen, statt ihn quer über Bildschirm und Tastatur zu prusten. Sie schreibt so wunderbar böse, ohne Umschweife, direkt (und) 'in die Fresse'. Egal ob es um eine Avocado geht, ihre Schwangerschaft oder das Leben der anderen. Heute geht es um ihr Leben – das Leben der Frau Haessy. Im obligatorischen Montagsinterview erzählt sie von untoten Dissertationen, dem Amoklauf-verhindernden Pasta-Duft frischgebadeter Kleinkinder, von kniefreien Kleidern, Apple-Manien und Weihnachtsphobien.

Und damit wünsche ich allen einen beschwingten Start in die vorletzte volle Woche des Jahres und sage Danke, liebe Claudia, dass du meine Fragen beantwortest hast, obwohl du doch 'eigentlich nur deine Ruhe haben möchtest'.
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Freitag, 12. Dezember 2014

KW 50 #GrossesKino



Mit dem obligatorischen Blick zurück wünsche ich allen einen schönen dritten Advent.

Dienstag, 9. Dezember 2014

M i MA zügelt: A Home for a Day

Am Wochenende war ich wieder dort. Und am liebsten wäre ich noch viel länger dort geblieben. Es ist so schön da! Wo? In Marks und Udos Apartment 'Hier war Goethe nie' in Weimar. Bald erzähle ich mehr von meinen zwei Reisen in die Bauhaus- und Klassikstadt. Für heute müssen ein paar Impressionen genügen.
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Montag, 8. Dezember 2014

Ein Blick hinter Jazzlounge

Ich habe keine Ahnung mehr, über welch' verschlungene Wege ich zu ihm gelang. Aber irgendwann fand ich mich dort lesend wieder, auf der Jazzlounge, dem privaten Blog von Johannes Korten, seines Zeichens Markencoach und digitaler Ureinwohner, wohnhaft in Bochum. Ich mag seine unaufgeregte Art über 'all that tiny little Jazz' zu schreiben, manchmal bissig, bisweilen scharf, immer scharfsinnig und mit einer Prise Humor versehen. Grund genug, einen Blick hinter die Jazzlounge zu werfen. In unserem Montagsgespräch geht es um das gute Leben in der digitalen Welt, um Vertrauen, Respekt, Nähe und Bochum, der unterschätzten Stadt.

@Johannes: Hab' vielen lieben Dank für das schöne Gespräch!
@all: Einen gelungenen Start in die neue Woche!

Freitag, 5. Dezember 2014

KW 49 #dezember


Dezember. Das Jahr rast seinem Ende entgegen und ich ertappe mich dabei, wie ich wahlweise erste Bilanzen ziehe oder versuche, es auf einen Begriff zu bringen (turbulent trifft´s ganz gut). Doch für den Jahresrückblick ist es noch zu früh. Also für heute nur die obligatorische Wochenbilanz (hier ist zugegeben wenig passiert) und einen schönen 2. Advent!


Ralph Giordano im Brand Eins-Interview

  • GESEHEN: Time of The Gypsies [Emir Kusturica]
  • GEHÖRT: Coffee [Sylvan Esso]
  • GELESEN: Interview mit Ralph Giordana in der aktuellen Brand Eins
  • GEFREUT: dass ich meinen letzten linken Handschuh wiederhabe [Offenbar findet mein Unterbewusstsein es sinnvoll, dass mir die linke Hand abfriert. Ich besitze eine stattliche Sammlung rechter Handschuhe.]
  • GEÄRGERT: über die Hartnäckigkeit meines Hustens
  • GELACHT: über den Unterschied zwischen On- und Offlinern
  • GEMACHT: alle Tweets von Madame de Larenzow gelesen und eine fette Verspätung in Kauf genommen
  • GEPLANT: meinen Präfrontalen Kortex zu trainieren 
  • GESUCHT: ein Mittel gegen das Verlieren von Handschuhen (s.o.)
  • GEWÜNSCHT: Zeit zum Nachbacken
  • GEKLICKT: Frau Meike

Montag, 1. Dezember 2014

Ein Blick hinter Small Cabs – mit herzlichen Geburtstagswünschen!

Heute ist ein großer Tag für Small Caps, denn die Manufaktur für feine Drucke wird an diesem 1. Dezember fünf Jahre alt! Wenn das kein Anlass ist, einen Blick hinter die schöne Fassade in der Greifenhagener Straße 9 in Prenzlauer Berg zu werfen. Dahinter hat sich die studierte Grafikerin und meine Nachbarin in Spe, Sabrina Sundermann, 2009 einen großen Traum erfüllt und eine Druckwerkstatt mit Ladengeschäft eingerichtet. In unserem heutigen Montagsinterview erzählt sie, wie es dazu kam, wo die größten Herausforderungen als Kleinstunternehmerin liegen und was im neuen Jahr neben dem Umzug in meine künftige Nachbarschaft noch alles ansteht. Außerdem hat sie ein kleines Geburtstagsgeschenk für euch mitgebracht:

Hinterlasst bis zum kommenden Freitag, den 5. Dezember 0.00 Uhr einen Geburtstagsgruß und ihr könnt den Print c'est bon (A3) und das 5er-Tütenset Soul Food gewinnen. Viel Glück! Den Print c'est bon (A3) und das 5er-Tütenset Soul Food hat Stockholm gewonnen! Herzlichen Glückwunsch

Hab' vielen lieben Dank, Sabrina, für das Gespräch. Ich freu mich auf unsere Nachbarschaft und wünsche allen einen guten Start in die erste Dezemberwoche!
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