Montag, 31. August 2015

Ein Blick hinter nikkioutwest





Von einer die auszog, der ersten Liebe eine zweite Chance zu geben. So könnte man sie charakterisieren, die Frau hinter nikkioutwest. Als die Kunsttherapeutin aus Bayern und der Mann aus Washington sich nach vielen Jahres zufällig wieder begegneten, nahmen sie das Schicksal beim Wort und sich bei der Hand. Seither pendeln sie zwischen zwei Kontinenten und planen Schritt für Schritt ein gemeinsames Zuhause. Nicht hier im beschaulichen Bayern. Sondern im wilden Westen, genauer gesagt in Virginia mit seinen heißen Sommern, seinem üppigen Grün und seiner schmerzhaften Widersprüchlichkeit.

Was für eine Geschichte, dachte ich und wollte mehr wissen von der Frau, die ihre Hände in Mehl versenkt, um zur Ruhe zurück zu finden. In unserem Montagsgespräch erzählt Nicola von den Herausforderungen und Chancen einer interkontinentalen Liebesbeziehung, von kreativen Quellen und guten Orten im fernen Amerika. 

Hab vielen lieben Dank für das schöne Gespräch, Nicola, mit dem ich allen einen guten Start in die erste Septemberwoche wünsche.    
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Freitag, 28. August 2015

KW 35 #Komplexität. Oder der Löffel der Entscheidung

Kaum ein Wort wird in meiner Branche so oft und gern verwendet, wie das der Komplexität. Unsere Welt sei – darüber herrscht ungewohnte Einigkeit im sonst so streitlustigen Beratungsgewerbe – komplex. Alles hänge mit allem zusammen. Doch wie, das sei nicht mehr durchschaubar. Weder wisse man, wie sich die Teile zueinander verhalten, noch könne man absehen, was passiert, wenn man an einem von ihnen dreht. Und weil das so ist, könnten wir auch niemals sicher sein, dass unser Tun die intendierte Wirkung und die gewünschten Folgen hat.
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Und nun?
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Nichtstun wäre eine Möglichkeit. Aber sicher keine Lösung.

Eine Lösung hat der Zeichner Janosch kürzlich für das ZEITmagazin gefunden. Ich lege sie euch ans Herz und einen Löffel dazu.

"Herr Janosch, schwere Entscheidungen, wie trifft man die?"
"Man schreibt die Alternativen tabellarisch auf einen Zettel. 
Anschließend legt man den Zettel nieder und wirft einen Löffel auf den Zettel. 
Dann geht man weg und lässt den Löffel das regeln. Sein Problem."

... manchmal muss man der Löffel sein. 
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In diesem Sinne ein entschieden gutes Wochenende und eine extra-kurze Liste:

Mittwoch, 26. August 2015

Über das Unbehagen am Lifestyle. Ein fiktives Gespräch

Warum nennst du deinen Blog eigentlich Lifestyle-Blog? Das werde ich immer wieder gefragt. Und immer schwingt da so ein unbestimmtes Unbehagen mit. Lifestyle – das ist irgendwie so... so oberflächlich, irgendwie leer, irgendwie... irgendwie so das Gegenteil von Stil. Vor allem aber 'irgendwie'. Grund genug, der Sache einmal nach- und diesem unbestimmten Unbehagen auf den Grund zu gehen. 

Nachdem die Erstanlaufstelle für alle offenen Fragen, Wikipedia, auch eher 'irgendwie' blieb – "Der Begriff 'Lifestyle' unterscheidet sich in seiner Bedeutungsschattierung vom Begriff 'Lebensstil' ungefähr in der gleichen Art wie 'Style' von 'Stil'." – habe ich mich an ausgewiesene Style- und Stilexperten gewandt und sie zu einem fiktiven Gespräch geladen. Meine heutigen Gäste sind:
  • Bazon Brock, emeritierter Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal, Künstler und Kunsttheoretiker. 
  • Lars Distelhorst (Dr. phil.), Gesellschaftskritiker und Lehrbeauftragter für Sozialwissenschaft an der Hoffbauer Berufsakademie in Potsdam.
  • Alexander Grau (Dr. phil.), freier Publizist, Kultur- und Wissenschaftsjournalist u.a. für die Zeitschrift Cicero.
  • Ernst-D. Lantermann, Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie am Institut für Psychologie an der Universität Kassel.
  • Ernst Mohr, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Geschmack und Wirtschaft.
  • Matthias Stolz, Redakteur beim ZEITmagazin und Autor.
  • Barbara Vinken, Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft an der Universität München.
  • Marc Wagenbach (Dr. phil.), von 2009 bis 2013 wissenschaftlicher Leiter der Pina Bausch Foundation. Er promovierte im Bereich Medienwissenschaft und Ästhetik über das ästhetische Erleben zwischen Kunst und Lifestyle an der Universität Köln.

Montag, 24. August 2015

Ein Blick hinter Chestnut & Sage


Wie sieht ein Ingenieur aus? Bis dato wusste ich das nicht so genau. Jetzt weiß ich es: weiblich, witzig und charmant. So wie Julia eben, die von sich selbst sagt: "I look like an Engineer. Und tatsächlich bin ich das auch." Die studierte Produktingenieurin, die noch ein Studium des strategischen Informationsmanagements draufsattelte und heute medizintechnische Bedienungsanleitungen schreibt, ist aber noch mehr: nämlich eine leidenschaftlich Köchin. Chestnut & Sage ist ihr virtueller Esstisch, an dem sie Rezepte, Gedanken und Erlebnisse teilt. Im heutigen Montagsinterview teilt sie mit uns ihre Gedanken über Augsburg und das Kochen, ihre Lieblingsbücher und ihr perfektes Sommerrezept. 

Ein dickes Danke an Julia für das schöne Gespräch. Und allen eine vergnügliche Lektüre und ebensolchen Start in die letzte (sic!) Augustwoche.
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Freitag, 21. August 2015

KW 34 #Brandsätze



"Sie hatten sich schon Lebwohl gesagt, als sie ihn fragte, und wo willst du jetzt hin? Ans Wasser. Ans Wasser? Wir kehren immer zum Wasser zurück, habe er gesagt. Und das erzählte sie mir wie eine Anekdote, in einem Ton der Belustigung, vielleicht noch reichlich böse über Vorgefallenes zwischen ihr und ihm, von dem ich nichts wußte und nichts weiß. Und ich erinnere mich noch genau, wie ich versuchte, darüber den Kopf zu schütteln und belustigt zu tun um ihretwillen. Aber ich hörte diesen Satz aus ihrem Mund und wußte im selben Augenblick, daß er mich nicht mehr loslassen wird." aus: Vom Wasser | John von Düffel

... es gibt Sätze, die brennen sich in das Gedächtnis. Brandsätze.

Nicht eingebrannt, nur berührt, bewegt und vielleicht bald schon vergessen, hat mich diese Woche dies:

Dienstag, 18. August 2015

Blaue Dinge


Am Wochenende auf der Elbe gerudert. Im Regen gestartet und bei Sonnenschein an Land gegangen. Seither unterliege ich ihr wieder: der Magie des Wassers. Kein Wunder also, dass mich gerade die blauen Dinge anziehen – wie diese zwei: das Indigo-Kissen und die türkisfarbenen Schalen.

Freitag, 14. August 2015

KW 33 #Schultüten. Oder: Eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs

Domino, Stig Lindberg, Gustavsberg
Es gibt Fragen, die mich unter bestimmten Voraussetzungen an den Rande des Nervenzusammenbruchs führen. Zum Beispiel die Frage "Was essen wir heute Abend?", wenn ich nach einem intensiven Arbeitstag eine Art Wüste im Kopf habe und mein Kühlschrank genauso leer ist. Oder die Frage "Wie positionieren wir den Kunden XY strategisch klug im Themenfeld AB?", von dem ich ungefähr so viel Ahnung habe wie von Teilchenphysik (die liegt bei einer Skala von eins bis zehn bei minus fünf) und auch genauso viel Einarbeitungszeit. Doch keine dieser Fragen macht mich so fertig wie die aktuelle: "Was kommt in Ma´s Schultüte?"

Ich kann mir selbst nicht recht erklären, warum ich mich damit so schwer tue. Bei Mi war das meiner Erinnerung nach überhaupt kein Problem. Vielleicht liegt es daran, dass es sich um eine Mädchenschultüte handelt? Oder weil sich meine Ansprüche an Schultüten-Inhalte in den vergangenen 16 Jahren dramatisch erhöht haben? Ich weiß ich es nicht. Ich weiß nur: Ich brauche Hilfe! Darum: Habt ihr Ideen, Tipps und Hinweise für Ma´s Schultüte? Ich wäre euch so dankbar!

In diesem Sinne ein inspiriertes Wochenende mit dem obligatorisch gelistete Wochenrückblick. 

Montag, 10. August 2015

Ein Blick hinter Fees Essgeschichte. Ein Zwiegespräch

Es gehört schon eine Portion Mut dazu. Fee war mutig. Am 29. Juli erzählte sich auf ihrem Blog die Geschichte ihrer Essstörung. Sie hat mich sehr berührt und Erinnerungen an meine Geschichte wachgerufen. So entstand die Idee zum "Zwiegespräch": Während Fee hier und heute tiefere Einblicke in ihre Vergangenheit gibt, erzähle ich bei ihr über meine Erfahrungen. Hier wie dort beginnt die neue Woche also mit weniger "leichter Kost". Und doch lässt sich unser Zwiegespräch – um im Bilde zu bleiben – recht gut verdauen, denn es sind zwei Geschichten mit "Happy End". 

In diesem Sinne einen bekömmlichen Start in die KW 33. Und 1.000 Dank an dich, liebe Fee, für die feinsinnigen Antworten und klugen Fragen. [Hier geht´s zu Fees Zwiegespräch mit mir.]

PS: In der Wochenendausgabe der SZ gab es einen guten Artikel zur Frage, wie wir uns in unserem Körper wohlfühlen könnten.
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Wenn deine Essstörung ein Tier wäre, welches und wie wäre es?
Das ist eine unheimlich schwierige Frage. Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich würde sagen, meine Essstörung ist ein Tintenfisch. Der gewöhnliche Tintenfisch hat nämlich eine ganz perfide List auf Lager. Innerhalb von Sekundenbruchteilen ist er in der Lage nahezu jede Stelle seines Körpers zu verfärben. Um seine Opfer zu „hypnotisieren“, setzt er eine Art pulsierende „Lichtshow“ ein, die zum Beispiel Krabben so fesselt, dass sie bewegungslos zusehen und sich wenig später wehrlos in den Tentakeln des Angreifers wiederfinden. Auch die Essstörung gaukelt seinem „Opfer“ vor, wunderschön zu sein. Sie erscheint als eine Art Lösung für andere Probleme. Und sie ist eine vermeintlich einfache Lösung. Man ist völlig darauf fixiert. So lange man noch „weglaufen“ könnte, ist man geblendet. Und wenn es dann zu spät ist, kann man sich aus eigener Kraft kaum noch befreien.
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Freitag, 31. Juli 2015

KW 31 #sommerfrische



Sommerfrische
Joachim Ringelnatz

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

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In diesem Sinne: Ein wunderbar selbstvergessenenes Wochenende!

.... die Liste darf natürlich nicht fehlen.

Montag, 27. Juli 2015

Ein Blick hinter fritz & froh


Der Name ist Programm und bringt ihre Formensprache auf den Punkt: fritz & froh. So lautet Elas kleines Grafiklabel. Entdeckt habe ich es auf Instagram und mich sogleich in ihre leichten frisch-fröhlichen Bilder verliebt. Bis Mai führte die Hamburgerin auch ein Wohnblog. Doch am Ende war das nicht ihr Medium. Nun gibt es einen Online-Shop mit einer Milchbar zum Klönen. Ich wollte wissen, wie es dazu kam und wer eigentlich die Frau hinter den frischen Grafiken und der schönen Wohnung ist. Eine leidenschaftliche "Dreiviertel-Italienerin" mit einer Vorliebe fürs Sitzen und experimentelle Tortenbacken. Unter anderem. Was noch? Das verrät sie heute im Montagsinterview.

Vielen Dank, liebe Ela, fürs Mitmachen. Und einen fritz-frohen Start in die letzte Juli- und erste August-Woche.